Ulrich Gerkmann-Bartels und Andreas Koop von enpit bringen eine selten konkrete Perspektive in die Dark-Factory-Debatte: Sie haben nicht mit einer Vision angefangen, sondern mit einem internen HR-Problem. Eine SaaS-Lösung war für ihre Größe zu breit und zu teuer; daraus entstand der Versuch, mit Agentic Engineering eine eigene Lösung produktiv zu bauen - inklusive echter Anforderungen, Product Owner, Security-Themen und Kündigungsdruck.
Im Zentrum steht ihre „Digital Product Factory“: ein Kanban-basiertes System, in dem Backlog, Clarify, Ready, Doing, Review und Done nicht nur menschliche Prozessschritte sind, sondern Agentenarbeit, Spezifikation, Tests, Merge Requests, Logs, Diffs und Qualitätsmetriken zusammenführen. Interessant ist der Shift nach links: Der erste Wertbeitrag des Agenten ist nicht der Code, sondern bessere Rückfragen, präzisere Edge Cases und eine sauberere Spezifikation.
Der Reality Check der Folge ist deutlich: Ohne Sandbox, Security-Gates und unabhängige Kontrolle wird Agentic Engineering riskant. Gleichzeitig relativieren Ulrich und Andreas Tool-Hype rund um RAG und MCP und kommen zu einer nüchternen Prediction: Software-Factories werden kommen, aber IDEs, Menschen und Engineering-Verantwortung verschwinden nicht. Das Zusammenarbeitsmodell verändert sich.
–
Links und Referenzen
enpit: https://enpit.de/Conductor: https://www.conductor.build/Claude Code Sandboxing / Security: https://www.anthropic.com/engineering/claude-code-sandboxingPeter Steinberger – Just Talk To It: https://steipete.me/postsRalf D. Müller - Prompt Injection by the maintainer of jqwik: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7465696005691428864/
Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.